OPPELNER CERES

Der Jugendstilbrunnen „Oppelner Ceres“ ist einer der schönsten und ältesten Brunnen der Woiwodschaft Oppeln und vielleicht sogar ganz Polens. Er entstand zwischen 1904 und 1907 auf dem damaligen Friedrichsplatz (heute Ignacy-Daszyński-Platz) in Oppeln. Der Berliner Bildhauer Edmund Gomansky schuf den Brunnen. Bei der Planung des neuen Platzes wurde diskutiert, welche Figur den Brunnen krönen sollte. Ursprünglich war Minerva, die Göttin der Künste und des Handwerks, vorgesehen. Schließlich entschied man sich jedoch für Ceres, die römische Göttin der Ernte, die ihre Tochter Proserpina im Arm hält. Der Brunnen ist aus Sandstein gefertigt. Zu Füßen von Ceres befinden sich Skulpturen, die die wichtigsten Wirtschaftszweige Oppelns symbolisieren: zwei Frauen mit Getreidegarben – ein Symbol der Landwirtschaft; Männer mit Netzen – ein Symbol für Fischerei und Schifffahrt; und ein Bergmann mit Spitzhacke

– ein Symbol für die Zementindustrie Oppelns. Bis zum Zweiten Weltkrieg, vermutlich bis in die frühen 1940er-Jahre, überragte ein kunstvolles, durchbrochenes Kupferdach Ceres, das möglicherweise für Rüstungszwecke eingeschmolzen wurde. Bemerkenswert ist auch die deutsche Inschrift am Boden des Brunnenbeckens: „DES BÜRGERS TREU MIT FLEISS GEPAART EIN JUNGBORN GUTTER

DEUTSCHER ART“. Sie wurde 2010 bei der Sanierung des Brunnens entdeckt.