REGIONALMUSEUMHALLE IN ZAGWIŹDZIE

Im Zuge der Kolonisierung und Industrialisierung der Region Oppeln gründete der preußische König Friedrich II. der Große 1754 das Stahlwerk „Kreuzburgerhiitte“ in Zagwiździe. Damals wurde eine Arbeiterkolonie errichtet und ein Hochofen gebaut. 1802 folgte ein Schergebäude und 1806 eine Hammermühle. 1869 ging das Stahlwerk in den Besitz von Kasper Kamp über, später in den Besitz der Familien Hadamik und Pyka. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stahlwerk Zagwiździe die Leitung weiterer Stahlwerke in der Umgebung, darunter Budkowice, Bogacica, Karłowiec, Murów, Tuły, Szum und Szumirad. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt in den 1890er Jahren, hatte die Bedeutung des Stahlwerks deutlich abgenommen, und es wurde schließlich stillgelegt. Die Hammermühle war jedoch noch bis in die 1950er Jahre in Betrieb.

Im ehemaligen Stahlwerk wurde eine Regionalmuseumhalle eingerichtet. Hier können Besucher mehr über die Arbeit im ehemaligen Stahlwerk erfahren und die Funktionsweise der Unterschlächtigen Wasserräder, die Hämmer und Schleifmaschine antrieben, aus nächster Nähe erleben. Im Inneren befinden sich zahlreiche Exponate, die mit dem Betrieb des Stahlwerks in Verbindung stehen. Darunter finden sich Kuchenformen, alte Nägel, dekorative Gusseisenöfen und eine Sammlung von Schlüsseln mit Zierschildern. Neben den Gegenständen aus dem Stahlwerk beherbergt das Museum auch eine umfangreiche Sammlung von Alltagsgegenständen, zahlreiche Fotografien, Dokumente, Urkunden, Flaschen, Petroleumlampen, Kameras, eine Mangel, Nähmaschinen, Schlittschuhe und Skier aus der Vorkriegszeit, Bügeleisen und viele weitere Gegenstände, die von den Anwohnern bis vor Kurzem benutzt wurden.

Im Jahr 2012 wurde das Hammermühlengebäude im Wettbewerb „Gut erhaltenes Denkmal“ in der Kategorie „Industriearchitektur und technologisches Erbe“ ausgezeichnet.

Führungen sind telefonisch buchbar.